Sommerfest 2018
01.09.2018 - 17:00

Segelsportvereinigung Rhein-Neckar e.V.

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2. Platz bei Fehmarn-Rund

Daimler AG Deutschlandpokal Segeln 2008, 3. und 4. Oktober 2008: Anreisetag in Heiligenhafen war der Donnerstag. Die Crew war neu zusammengewürfelt. Laut Veranstalter hätte man am Donnerstagnachmittag die Zeit nutzen können für das eine oder andere Übungsmanöver. Doch durch die lange Fahrtzeit und der Bootsübergabe war der Nachmittag entsprechend fortgeschritten, so dass an üben nicht mehr zu denken war.

Stattdessen haben wir das Boot noch regattatauglich eingerichtet, das heißt, die normale Fock wurde gegen eine Genua ausgetauscht und der Anker demontiert.


Der erste Regattatag:

Am Freitag ging es dann auch recht früh zum Frühstück (06:00 Uhr), 07:30 Uhr auslaufen, und 08:00 Uhr war der Start angesagt. Der verschob sich noch um 15 Minuten, da ein oder zwei Boote von den 32 Booten nicht rechtzeitig im Startfeld waren. Bei anfangs moderaten 3-4 Windstärken ging es dann rund Fehmarn - linksrum.

Zum Startzeitpunkt lagen wir noch im hinteren Drittel, haben dann aber das eine oder andere Boot gutgemacht. Im Verlauf der Fahrt nahm dann der Wind zu, und an der Nord-Ost-Spitze Fehmarns war dann Reffen angesagt. Ich habe nur das Groß auf die Hälfte gekürzt, und dann ging es gegen an in Richtung Fehmarn-Sund-Brücke. Das Feld hatte sich mittlerweile aufgelöst, und wir konnten unsere Platzierung nicht mehr feststellen. Das Ziel in Höhe der Ansteuerung Heiligenhafen passierten wir gegen 1700 Uhr. Am Abend sollte dann die Platzierung des ersten Tages verkündet werden.

Wir hatten uns so im Mittelfeld gesehen: die Schätzungen gingen vom 20. bis 15. Platz. Als dann diese Plätze bei der Nennung von anderen besetzt waren, rechneten wir bei jeder besseren Platzierung mit unserem Boot. Nach dem 10. Platz kamen dann erste Euphorien auf, nach dem Motto: wir liegen in der einstelligen Platzierung. Bei dem 6. Platz kam die Vermutung auf, man hätte uns vergessen.

Mit dem 5.Platz dann die ersten zweifelnden Blicke und mit der Nennung des 4. Platzes und unserer Crew der Jubel.

An dem Abend wurden beim Essen dann diverse Strategien geschmiedet. Das Schiff musste leichter werden, also Wasser abpumpen. Gepäck entsprechend gleich verteilen und verstauen usw.

Tag 2:

Am Samstag sollte dann eigentlich der up-and-down-Regatta-Kurs gefahren werden, aber aufgrund des zunehmenden Windes hat der Vercharterer wohl Angst um seine Boote gehabt und vorgeschlagen, doch den schon ausgeschriebenen Alternativkurs anzusetzen. So ging es dann bei guten 6 Windstärken mit zunehmender Tendenz auf diesen Kurs, der in der Orther Bucht und westlich Fehmarn verlief.

Bei der Vorbereitung auf den Start ist uns dann noch von der Steuerbordwinsch die Selbstholeeinrichtung davon geflogen, so dass die Genua-Schoot hätte aus der Hand gefahren werden müssen. Um an der Regatta weiter teilzunehmen, mussten wir improvisieren und nutzten die eine der Groß-Schotwinschen. Damit waren schon einmal 2 Mann für das Handling der Steuerbordschot eingeteilt. Wir haben dann auch gleich vom Start weg das Groß auf die Hälfte gerefft, was uns dann im Verlauf der Regatta auch zugute kam. Der Wind erreichte teilweise durch Gewitterwolken die 40 kn-Marke.

Der Start verlief dann auch besser als am Vortag: wir lagen im ersten Drittel des Feldes. Auch auf diesem Kurs war es dann so, dass erst auf der Kreuz mit einer guten Taktik das eine oder andere Boot (durchaus auch größere, wie Bavaria 39, 40 und 44) ausmanövriert werden konnten. Im Ziel lagen dann lediglich sieben oder acht Boote vor uns; so viele konnten wir an der Tankstelle abzählen.

Am Abend wurde dann das Gesamtergebnis präsentiert, und wir kamen bei unserer Einschätzung dazu, dass wir uns wohl zwischen dem 6. und 4. Platz wiederfinden müssten. Als der dritte Platz genannt wurde, liebäugelte der eine oder andere schon mit der obersten Stufe des Treppchens. Die Freude über den 2. Platz war dann nicht minder groß.

Wir hatten für diese Regatta eine Bavaria 37, Baujahr 2007, die jedoch nur einmal im Einsatz war und dann für 3 1/2 Monate in der Werft lag. Wir hatten sie nach der Werft als erste Crew zum Einfahren. Die Werft war notwendig, da der Charterer vor uns bei einer Grundberührung den Kiel abgerissen hatte.

Die Marke liegt nun recht hoch: der Admirals-Cup als nächstes Ziel? Nachdenken darüber kann man und davon träumen erst recht.

Bericht von Uwe Lucht.

Tags: Törnbericht Regatta Ostsee Fehmarn Deutschland